Wie ich am Ätna eine neue Weinwelt entdeckt habe

Ein Zufall am Ätna, eine Weinprobe ohne Plan – wie ein Nero d’Avola aus Sizilien bis heute meine Erinnerung an einen besonderen Nachmittag wachhält.

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8/13/20263 min read

Die 3 wichtigsten Drops

  • Manchmal bleibt nicht der beste Wein in Erinnerung – sondern der, den man mit einem besonderen Ort verbindet.

  • Weine vom Ätna wachsen auf vulkanischem Boden, oft in großer Höhe – das macht sie oft frischer und lebendiger, als man von einer südlichen Insel erwarten würde.

  • Manchmal ist es nicht der Wein selbst, der bleibt, sondern die Geschichte, die man mit ihm verbindet.

Es gibt Weine, die schmecken einfach gut. Und es gibt Weine, die schmecken nach etwas ganz anderem – nach einem Nachmittag, einem Ort, einem Zufall, der alles verändert hat. Für mich ist das bis heute ein Nero d'Avola vom Ätna.

Vor über zehn Jahren war ich im Urlaub auf Sizilien. Wein war damals für mich noch kein großes Thema – ich habe getrunken, was auf der Karte stand, ohne groß darüber nachzudenken. Bei einem Ausflug in die Region rund um den Ätna sind wir eher zufällig an einem kleinen Weingut vorbeigekommen. Spontan haben wir uns zu einer Weinprobe hinreißen lassen. Ohne Plan, ohne Erwartung.

Genau dort habe ich zum ersten Mal einen Nero d'Avola getrunken.

Ein Weingut, ein Vulkan, ein neuer Blick auf Wein

Bei der Weinprobe hat mir jemand erklärt, warum Wein rund um den Ätna etwas Besonderes ist. Keine komplizierten Fachbegriffe, keine Verkostungsnotizen mit zwanzig Adjektiven. Einfach die Landschaft: ein aktiver Vulkan, dessen Boden reich an Mineralien ist, und Weinberge, die teils auf über 900 Metern Höhe liegen. Diese Höhe sorgt für kühlere Nächte, selbst mitten im sizilianischen Sommer – und genau das gibt den Weinen eine Frische, die man auf einer so südlichen Insel erst einmal nicht erwartet.

Ich kann heute ehrlich nicht mehr sagen, ob dieser eine Nero d'Avola objektiv außergewöhnlich war. Wahrscheinlich war er einfach ein solider, guter Wein. Aber das spielt für mich gar keine Rolle. Ich verbinde ihn bis heute mit diesem Nachmittag, mit dem Blick auf die Weinberge, mit diesem Gefühl, etwas ganz Neues entdeckt zu haben.

Eine Flasche, die immer wieder Sizilien zurückbringt

Seit diesem Urlaub kaufe ich mir immer wieder einmal eine Flasche Nero d'Avola. Nicht, weil ich gezielt nach dieser Rebsorte suche oder sie für die "beste" halte. Sondern weil jedes Glas mich für einen Moment zurück nach Sizilien bringt.

Zwei, drei Jahre nach dem Urlaub habe ich sogar mehrere Flaschen direkt beim Weingut bestellt. Nicht ganz günstig, aber ich wollte dieses Gefühl noch einmal einfangen. Leider hatten alle Flaschen einen Korkfehler – ein bisschen Pech, das mir bis heute im Gedächtnis geblieben ist. Reklamiert habe ich sie nie. Geärgert habe ich mich trotzdem. Die Erinnerung an diesen Nachmittag hat das aber nie kaputtgemacht.

Vor Kurzem wollte ich das Weingut noch einmal ausfindig machen. Ohne Erfolg. Vielleicht gibt es es nicht mehr, vielleicht heißt es heute anders. Ein bisschen schade – aber am Ende auch nicht so wichtig. Was bleibt, ist nicht der Name auf dem Etikett, sondern die Erinnerung.

Wein ist manchmal mehr als Geschmack

Das ist für mich die eigentliche Erkenntnis aus dieser Geschichte: Ein Wein muss nicht der beste sein, den du je getrunken hast, um dir etwas zu bedeuten. Manchmal reicht ein Zufall, ein neuer Ort, eine Weinprobe, auf die man sich einfach spontan einlässt – und plötzlich hat man eine Rebsorte gefunden, die einen ein Leben lang begleitet.

Wenn ich heute einen Nero d'Avola öffne, geht es mir nicht um Punkte oder Bewertungen. Es geht um dieses kleine Stück Sizilien im Glas.

Lust auf deine eigene Entdeckung?

Vielleicht hast du selbst schon einmal einen Wein getrunken, der dir aus genau diesem Grund in Erinnerung geblieben ist – nicht wegen des Geschmacks allein, sondern wegen des Moments dahinter. Falls nicht: Der nächste Urlaub kommt bestimmt. Und vielleicht lohnt es sich, beim nächsten Ausflug einfach mal spontan bei einem kleinen Weingut vorbeizuschauen, ohne großen Plan. Vielleicht ist genau das das Schönste am Wein: Man findet ihn oft dort, wo man ihn gar nicht gesucht hat.

Wenn du schon jetzt neugierig auf einen Nero d'Avola bist, findest du bei gut sortierten Online-Weinhändlern eine große Auswahl an sizilianischen Weinen zum Probieren.

Gute Weine. Einfach entdecken.